Kommentar: Fotoamateur-Verbände – noch lange nicht im Medienzeitalter angekommen!

sample731.pngDie Fotografie hat sich verändert – sie ist zwischenzeitlich sehr schnelllebig geworden und sie macht weltweit vielen Menschen Spaß! Wer das noch nicht begriffen hat, sind die Amateur-Fotoverbände. Sie arbeiten teilweise noch so, wie man 1908 gearbeitet hat – als der DVF erfunden wurde. Dies muss ich immer wieder feststellen. Während es von neueren Vereinigungen fast wöchentlich Presseinfos per Mail gibt, zu einer Mitgliedschaft zu Facebook oder Twitter eingeladen wird, hört man von Verbänden so gut wie nichts. Presse-Mails sind dort anscheinend völlig unbekannt. Das fängt aber bereits bei den Fotoclubs und ihren Clubvorsitzenden und Bezirksleitern an. Ausstellungen werden an Fotozeitschriften so gut wie nie gemeldet (warum auch, wenn die Webmaster des eigenen Landesverband meist hinter den Meldungen herlaufen müssen) …man könnte ja eine neue Besucherschicht erschließen.

Der Redakteur einer Fotozeitschrift im Gespräch mit mir: „Ach, die gibt es noch – von denen haben wir die letzten 5 Jahre nichts mehr gehört“. Wer  die Seiten der Landesverbände liest, der hat den Eindruck, es gibt keine Billigflieger. Eine Landesfotoschau aus Hamburg ist anscheinend für eine Webseite eines anderen Landesverbands völlig uninteressant. Oder wird sie nur nicht gemeldet? Warum wird ein Bayer nicht zu einer Landesfotoschau in Hamburg auf der Webseite eingeladen – vielleicht weil er dort die gleichen Motive findet? Webmaster müssen froh sein, wenn ein Bezirk- oder Fotoclub seine Aktivitäten überhaupt meldet. Oft nur mit dürren Worten und völlig ungenügenden Angaben. Eine entsprechend würzige Headline oder Info des Clubs, die auch zum Besuch verleitet – Fehlanzeige!

Was in jeder Meldung ersichtlich sein sollte ist: WAS mache ich – WER hat etwas gemacht – WO passiert es – WANN findet es statt – WIE kam es dazu. Dazu kommt die Adresse der Ansprechperson mit allen Angaben. Eine dürre Meldung landet immer unter P wie Papierkorb.  Oder dementsprechend langweilig wirkt die Meldung auf der Webseiten.Ich sehe Clubseiten, bei denen der Fotoclub noch nicht einmal in der Lage ist, für seine eigene Ausstellung vernünftig Werbung zu machen. Man muss die Infos suchen! Laut Untersuchungen verlässt ein Besucher nach wenigen Sekunden die Seite, wenn er nicht findet was er sucht!

Ich sehe Porträts von Bezirks- und Landesvorsitzenden, die eher auf der Seite eines Kaninchenzüchter-Vereins erwartet werden. Gibt es kein Seminar bei den Verbänden „Wie mache ich ein vernünftiges Porträt für die Webseite?“ Laut einer Vereinbarung sollen die DVF-Seiten der Landesverbände demnächst angeglichen werden? An was denn? Der DVF muss froh sein, wenn er Leute findet, die dies überhaupt können und auch Lust dazu haben –EHRENAMTLICH! Dies gilt übrigens auch für die Seiten aus Österreich und der Schweiz. Hier findet – nicht nur ein Jugendlicher – nur die pure Langeweile. Man merkt, das diese Seiten garantiert nicht von Funktionären gemacht werden, die Spaß an der Fotografie haben! Diese Seiten haben nur eine Botschaft: Die Fotografie besteht nur aus Wettbewerbsfotografie oder Ausstellungen.

Welcher Amateurfotograf kann mir von den Verbänden eine Seite nennen, die den Spaß an der Fotografie vermittelt? Da sind Titelorgien wie ESFIAP, EVÖAV; AFIAP, Hon.EsÖGPH, ESDVF, DGPh, HonDVF, ESDVF und wie sie alle heissen viel wichtiger. Von Insidern, Redakteuren und der Industrie wird diese Titelsucht eher milde belächelt – von der Jugend mit Kopfschütteln ignoriert. Nichts gegen Titel, aber Fotos, die eventuell auch zeigen, wie man zu diesen Titeln gekommen ist, wären vielleicht auf einer Webseite schöner. So werden die Präsidenten weiterhin jammern, dass sie keine Jugendlichen bekommen und die Schuld natürlich auf alle schieben nur nicht auf sich selbst.

Die Communitys wird es freuen…. und die Verbände werden immer mehr zu einer „Betreuungsanstalt für alternde Fotografen“, weil die Jugendarbeit völlig vergessen wird.Was sagte schon Willy Hengel 1976, Österreichischer Fotograf: Die wichtigste Tätigkeit für den erfolgreichen Weiterbestand eines Fotoclubs oder  Verbands ist eine intensive Nachwuchsförderung“.  Ich kenne nur fünf Clubs, welche dies betreiben und auch immer wieder in den Medien genannt werden. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren! Nachtrag: Gerade lese ich einen Bericht unter www.digitaleleinwand.de >>>. Es geht um Digitalisierung der Kriterienkinos, also auch um 3D. Die abschließende Meinung des Verfassers zum Thema: Warten auf Verbände ist halt ein langwieriges Thema.

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