Diskussions-Thema: Mehr Hilfe für Einsteiger?

0001i1.jpgNach der Diskussion über das “Runden- und Punktesystem” hat sich meine Meinung in einem Punkt nicht geändert: Während eine Bundesfotoschau (oder wie immer sie heissen mag beim VÖAV, DVF oder BSW) schon wegen den hohen Einsendezahlen auf genauere Angaben verzichten kann, sollte bei einer Bezirksfotoschau die Möglichkeit bestehen, daß Teilnehmer genauer erfahren, weshalb ihre Bilder in der ersten oder zweiten Runde ‘rausgeflogen’ sind. Dies glaube ich verstärkt, nachdem ich bei zwei Bezirksfotoschauen als Juror oder Beobachter dabei war. Der immer wieder gehörte Einwand “geht nicht – wollen wir nicht – dauert zu lange” kann ich eigentlich schon nicht mehr hören. Es geht alles, wenn man nur möchte. Einen neuen Ansatz hörte ich von meiner Frau, die jurierte und auch der Meinung ist “die Teilnehmer müssen wenigstens im Ansatz wissen, warum ihr Bild rausgeflogen ist”. Der Ausschlag für Sie war ein Bild, welches recht gut war, aber in der Technik gravierende Mängel hatte. Ihr Vorschlag sehen Sie hier zur Diskussion. Warum wird nicht einfach der Bildaufkleber etwas verändert und die Fehler angegeben? Dies geht in dieser Art recht schnell. Da die Bilder vorbeigetragen werden, dürfte es nur wenige Sekunden mehr kosten, das Stichwort der Juroren auf dem Aufkleber einzutragen, wenn das Bild vom Träger abgelegt wird.  So muss ein “Rausgeworfener” aus der ersten Runde nicht mehr rätseln, weshalb sein tolles Foto die zweite Runde nicht erreichte, wenn er liest: Technik ungenügend! Das kann Überschärfung, Farbstich, Bildstörungen oder auch ein völlig falsches Licht bei einem Porträt sein. Der Teilnehmer hat jetzt einen Anhaltspunkt. In der zweiten Runde würde ein “Jury war sich nicht einig” bedeuten, das Bild war den Juroren nicht emotional genug oder die Geschmäcker waren verschieden (so etwas soll vorkommen….!!). Was auch immer an Stichwörtern genannt wird, es dürfte nicht schwer sein, dafür einheitliche Begriffe zu finden. Wenn sich Bezirks- Landesvorsitzende- und das Präsidium zusammensetzen (soll ja zu bestimmten Zeiten stattfinden) dürfte nach einigen Jahren sicher ein Ergebnis auf dem Tisch liegen. Was sagen Sie zu dieser Idee? Schreiben Sie Ihren Comment zu dieser Meldung ! Vielleicht ist auch der eine oder andere Bezirksleiter und Landesverbands-Vorsitzende dabei, der eine Meinung hat und auch mal in’s Internet schaut.  Über Kommentare von BSW- VÖAV- und DVF-Mitglieder würde ich mich freuen.

14 Responses to “Diskussions-Thema: Mehr Hilfe für Einsteiger?”

  1. Eva Maria Zernig sagt:

    Ein super Vorschlag von Christine!
    Gerade für Neulinge ist es enorm wichtig zu wissen, warum ein Bild nicht angenommen wurde, sei es für für die eigene fotografische Weiterentwicklung aber auch gegen den Frust, weil vielleicht das Lieblingsbild abgelehnt wurde und man fragt nach dem Warum.
    Aber auch “alte Hasen” (und Häsinnen) wüßten manchmal gern, warum plötzlich sonst erfolgreiche Bilder vielleicht sogar im ersten Durchgang rausfliegen.

    Ich denke, mit so einer konkreten Begründung kann auch noch eine Qualitätssteigerung von Jurierungen erzielt werden (wenn die Jury nämlich vielleicht nicht so stark und erfahren ist), denn so ist es schwerer, einfach mal bestimmte Motivgruppen, die man nur “aus dem Bauch heraus” nicht mag, abzulehnen.

    Fazit:
    Bitte sofort Vorschlag an den DVF für dieses Vorgehen auf jeden Fall in Bezirk und auch im Quartalswettbewerb, denn dort sind ja 4 Einzelwettbewerbe mit gleichem jurierendem Fotoclub relevant und die Jury-Begründungen wären für die restlichen Teilwettbewerbe wichtig.

  2. James sagt:

    Alles, was den Einstieg für neue Wettbewerbsfotografen in eine Bezirksfotoschau erleichtert, bringt einem Fotoverband neue Mitglieder. Was ausser Wettbewerben haben denn die Verbände zu bieten? Das begreifen aber viele Funktionäre nicht. Deshalb sind ja die meisten Clubs völlig überaltert – und damit auch der DVF. Eine Änderung ist nicht in Sicht.

  3. Ich finde den Vorschlag sehr gut.
    Mir ging es auch schon oft so, dass Bilder in der ersten Runde rausgeflogen sind. Eine kurze Erklärung, “warum”, hätte ich mir dann schon gewünscht.
    Ich selbst habe bisher nur einen größeren Wettbewerb mit juriert. Meist fallen Jurierung für ander Fotoclubs an. Da geht es aber noch, sind dort oft nur bis zu 100 Bilder zu bewerten. Da kann man dann auch schon mal kurz über die Bilder reden und dem Autor mitteilen weshalb sein Bild weniger Punkte bekommen hat.
    Bei größeren Wettbewerben sind es schon wesentlich mehr Bilder, in meinem Fall damals waren es 1700 an der Zahl. Da kann man unmöglich eine ausführlichere Begründung abgeben. Daher würde sich Christines Vorschlag sehr gut anbieten. Es kostet nicht viel Zeit und ist für den Autoren vielleicht nachvollziehbar. Ich würde diese Praxis auf jeden Fall einführen und das in allen Verbänden, wie DVF, GfF, GdT usw.

  4. Wolfgang Stützle sagt:

    Kann mich an ein Foto im Creativ erinnern. Stierkampf schei.. fotografiert. Dann gabs von Detlev den Tipp wies geht. Hat mich damals überzeugt…. Aber.. jetzt komm ich.. Wettkampf ist hart, und das Eingrupperen in dieses Schema ist Müll.

  5. James sagt:

    Ich verstehe diesen Kauderwelsch nicht. Tatsache ist, dass jeder Einsteiger froh ist über jeden Hinweis. Und diese Möglichkeit bringt mehr, als wenn ich nur die Bilder zurück bekomme. Aber bei solchen Leuten im Verband die überall ein “aber” finden, geht natürlich in 100 Jahren noch nichts. Wäre ja schlimm, wenn man mal was ausprobiert.

  6. Eva Maria Zernig sagt:

    @Wolfgang Stützle:
    Warum soll das Müll sein? Ich gehe aber doch mal davon aus, dass die Jury einen objektiven Grund hat, ein Bild abzulehnen. Wenn das so ist, dann kann man das doch auch den Fotografen so mitteilen.

    Andersherum: Was gibt es denn Ihrer Meinung nach für einen Grund, dem Fotografen nicht mitzuteilen, warum sein Bild abgelehnt wird? Warum kann das nicht in dieses Schema eingruppiert werden (das Schema muss doch nichts anderes als die Bewertungskriterien wiederspiegeln)?

    Weil sich der Fotograf die Einsicht selbst erkämpfen soll (“Wettkampf ist hart”)? … das spricht aber von wenig Teamgeist innerhalb des DVF (die großen Juroren da oben und die kleinen Fotografen da unten – das ist doch wohl nicht ernst gemeint).
    Oder weil die Ablehnung vielleicht aus anderen Gründen (ich bin neugierig, welche) erfolgt?

  7. Detlev Motz sagt:

    Eva Maria Zenig: Falls sich Wolfgang Stützle meldet, eine Einladung in Deinen Fotoclub wäre nicht schlecht – damit er sieht, dass es wenigstens Dich in “Echtzeit” gibt und ich nicht mit mir selber Diskussionen führe (war seine Meinung). Da kann er Dir dann den “Müll” ebenfalls in Echtzeit erklären.

  8. Reinhard Becker sagt:

    Ich finde die Idee auch klasse und würde Sie auf Bezirksebene schon fast zur Pflicht machen.
    Bei großen Wettbewerben geht es sicherlich nicht, aber für kleinere wäre es eine tolle Sache. Vielleicht wäre das ja mal ein guter Agendapunkt für einen Jurorenkongress: Die Stichwortliste erstellen. Dann hätte man ein greifbares Ergebnis einer solchen Veranstaltung…

  9. Eva Maria Zernig sagt:

    @Detlev: Aber gern doch! Herr Stützle ist natürlich auf die Eröffnung unserer Jahresausstellung im Oktober nach Ottobrunn herzlich eingeladen. Oder nach Offenbach – da werde ich wohl auch “in Echtzeit” sein. Aber wieso glaubt er, Du würdest mit Dir selber diskutieren? Es scheint derzeit irgendwie ein Trend zu sein, dass sich einige gar nicht mehr in die Meinung der Masse hineinversetzen (wollen?) und wenn dann mal ein klares Wort gesprochen wird, dann ist man wohl der Meinung, das ist “Müll” und kann überhaupt nicht sein, dass viele andere eben anderes denken.

    Ich erkläre auch gern, wie sehr es einen weiterbringen kann, wenn man gerade am Anfang Hinweise bekommt, wo es hapert. Ich habe mir wertvolle Hinweise glücklicherweise aus den Kommentaren zu meinen Fotogen-Wettbewerbsbildern holen können. Gerade in meiner Anfangszeit, die ja noch gar nicht lange her ist, hatte ich als DVF-Einzelmitglied eigentlich keine andere Chance auf FeedBack.

  10. Wolfgang Stützle sagt:

    @Frau Zernig: Meine Wortwahl war wohl etwas zu hart, dafür möchte ich mich entschuldigen. Wollte niemanden persönlich angreifen oder kränken. Am Allerwenigsten Neueinsteiger.
    Vielleicht sollte die Idee mit dem Zettel ausprobiert werden…
    Viel wichtiger empfinde ich aber die Arbeit die zuvor im Fotoclub stattfindet.. Dort können doch die alten Hasen, den *Neulingen* wertvolle Wettbewerbstipps mit auf den Weg gebe. Da ich hier von verschiedenen Seiten als Nörgler ohne Lösungsvorschläge angegangen wurde, hier ein konkretes Beispiel: Der Fotoclub dem ich angehöre, bietet hin und wieder sogenannte Sichtungsabende an. Will heissen, bevor eine Gemeinschaftssendung auf den Weg geht, besteht mehere Wochen davor die Möglichkeit, dass sich interessierte Mitglieder, egal welchen Leistungsstand sie haben, im Dialog mit den Wettbewerbsprofis wertvolle Tipps abholen können.
    Durch den zeitlichen Vorlauf besteht dann die Möglichkeit auf Fehler wie falsche Präsentation, farbstichige Abzüge, oder sogar falsche Motivwahl einzugreifen… Und schon mancher Einsteiger konnte sich dadurch die eine oder andere Medaille auf Bezirksebene abholen.
    Ich gebe Ihnen recht, als Einzelmitglied ist es schwieriger, sich ein Feedback zu holen..

  11. Eva Maria Zernig sagt:

    Lieber Herr Stützle, keine Sorge, ich nehme so etwas nicht persönlich. Und ich freue mich dass Sie nun auch der Meinung sind, einfach mal den Aufkleber ausprobieren.
    Natürlich sollte gerade für Neueinsteiger viel im Fotoclub passieren. Allerdings sind auch die “alten Hasen” in den Clubs nicht unbedingt so wettbewerbserfahren. So gehören ja bei uns in Oberbayern eine ganze Reihe von Clubs nicht dem DVF an und machen bei dessen Wettbewerben auch nicht mit. Da gibt es zwar kleinere Regionalwettbewerbe, aber im Bezirk hat man plötzlich die Fotografen solch erfolgreicher Clubs wie z.B. Schrobenhausen als Mitbewerber. Da wären Hilfestellungen schon sehr nützlich und motivierend.

    In einem größeren Club sind da schon ganz andere Möglichkeiten gerade für Neulinge geboten, aber trotzdem – auch “alte Hasen” fragen sich immer wieder, warum plötzlich die Annahmen zurückgehen etc. Auch für sie wäre es sinnvoll zu wissen, welche grundsätzlichen Kriterien die Annahme verhindert haben, um auch das in ihre Beratung der “Neulinge” mit einfließen zu lassen.

    Das FeedBack aus erster Hand ist halt immer das allerbeste!

  12. Achim Crispien sagt:

    Den Zettel sollte man m.E. ausprobieren, vielleicht kann man den einen oder anderen Begriff noch ändern oder ergänzen. Aber solche Hinweise – auch wenn sie nur die aktuelle Meinung der Jury darstellen – sind doch aussagekräftiger, als wenn man erfährt, das Bild hat 10 von 30 möglichen Punkten bekommen. Da kann der Autor doch wenig mit anfangen. Der Zeitaufwand für den Zettel dürfte sich in Grenzen halten. Und egal ob Anfänger oder alter Hase, das Warum das Bild nicht hat landen können bringt die Fotografen weiter als kein Kommentar oder eine Punktezahl.

  13. Detlev Motz sagt:

    Die Bildzettel sollen keine Punkte ersetzen. Sie ist nur für Wettbewerbe gedacht, bei denen es überhaupt kein Feedback mehr gibt. Diverse Verbände und Clubs werden weiterhin mit Punkten bewerten.