Was schicke ich zur BUFO ein…

506.jpgDarüber versucht Manfred Kriegelstein eine Antwort auf der DVF-Bundesseite >>> zu geben. Ein Tipp fehlt darin, den ich von einem Veranstalter erhalten habe, der in Österreich fast wöchentlich mit  digitalen Daten zu tun hat. Er meint: „Digitale Daten werden – trotz genauen Angaben in der Ausschreibung – meist falsch berechnet und meist auch falsch geschärft. Damit sind viele gezeigte Bilder eine Zumutung für die Augen der Juroren.“

Ich hab bei einer dieser Veranstaltungen – mit ca. 2500 digitalen Bildern –  in Österreich einmal zugeschaut und Notizen gemacht. Vielleicht noch als kleiner Tipp zusätzlich: Jedes Bild steht selten länger wie 2 bis 3 Sekunden auf der Leinwand. Am Anfang länger, mit fortschreitender Zeit immer kürzer. Je mehr Bilder gezeigt werden (Rechnen Sie die Masse an Fotos bei einer digitalen BUFO aus), desto schneller drücken die Juroren. Tests mit Augenkameras haben auch ergeben, dass die Augen nach einer gewissen Zeit nicht mehr in der Lage sind, Einzelheiten überhaupt richtig zu erkennen. Das Auge schaut dann noch schneller auf das Objekt, welches den jeweiligen Juroren interessiert (Die These aus der Mante-Zeit, dass Bilder von links nach rechts mit den Augen abgetastet werden, wurde zwischenzeitlich längst widerlegt).

Das als digitale Daten gezeigte Bild muss deshalb einen WOW-Effekt auslösen, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Bilder die auf FineArt-Papier Begeisterung auslösen würden, sind als digitale Daten eher im Mittelfeld. Bekannte Motive (z.B. schöne Landschaften ohne Licht, die üblichen Zoobilder) haben bei digitaler Vorführung noch weniger Chancen wie bei einem Papierwettbewerb. Oft wird auch eine bestimmte Licht/Farbstimmung vom Beamer so nicht wiedergegeben…

Mein teuerer Beamer hat das Problem, dass Farben sich nach längerer Vorführdauer verstärken bis zu kitschbunt. Solche und andere Beamerprobleme wurden bis heute für mich nicht zufriedenstellend gelöst. Ich muss Bildbesprechungen per Beamer immer an den Anfang legen.

Ein weiteres Problem bei Beamer-Wettbewerben ist später die Präsentation. Ich kenne kaum eine Veranstaltung/Vorstellung, bei der eine richtige Verdunklung – und damit meine ich nicht mit Vorhängen – möglich ist. Auch bei meinen Seminaren leider meist auch nicht. Ich kann mich an viele Veranstaltungen (auch per Dia) erinnern, bei der die Motive kaum noch zu erkennen waren.

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Über Detlev Motz

Jahrgang 1946, gelernter Verlagskaufmann, 10 Jahre bei READER DIGEST, 25 Jahre Redakteur bei COLOR FOTO, diverse Bücher, Kodak Fotobuchpreis 1999 für "Kreative Bildgestaltung in der Fotografie", TV-Serie, DAS ABC DER FOTOGRAFIE. Seit 20 Jahren mit meiner Frau zusammen, die ebenfalls gerne und sehr gut fotografiert.

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