Der stumme Juror – ein guter Juror?

14.jpgIn den letzten Wochen habe ich bei einem Gespräch einen Satz gehört, der mich mehr als erstaunte – obwohl er von einem Funktionär kam: „Diskussionen unter Juroren sind nur dazu da, um dem anderen seine Meinung aufzudrücken“. Dass dort bei Jurieren nicht gesprochen werden darf, sondern nur Pünktchen gedrückt werden, brauche ich sicher nicht extra zu erwähnen.

Jede Jurierung, bei der sich Fotoprofessoren oder Fotoprofis beteiligen, erfolgt ausschließlich mit einer Diskussion. Denn jeder der Juroren trägt seine Fakten bei. Die optimale Besetzung einer Jury berücksichtig der Veranstalter. Der eine Juror kennt sich in Trends aus, der andere in der Technik, ein weiterer über sogenannte „Maschebilder“ die lt. Prof. Nobel gerade bei Verbands-Wettbewerben in der Überzahl sind.  Es ist ein MITEINANDER und kein GEGENEINANDER. Wer Fotografie studiert hat und sich in der Szene auskennt, wird sich sicher keine Meinung „aufdrücken“ lassen. Dort braucht auch keiner überredet zu werden.  Bei Amateur-Wettbewerben verstecken sich manche Juroren natürlich gerne hinter Eingabegeräten. Manfred Kriegelstein hat es schon oft deutlich gesagt „weil sie oft nicht mal fotografieren können oder keine Meinung äussern können“. Was ist Ihre Meinung? Ist ein stummer Juror ein besserer Juror?

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Über Detlev Motz

Jahrgang 1946, gelernter Verlagskaufmann, 10 Jahre bei READER DIGEST, 25 Jahre Redakteur bei COLOR FOTO, diverse Bücher, Kodak Fotobuchpreis 1999 für "Kreative Bildgestaltung in der Fotografie", TV-Serie, DAS ABC DER FOTOGRAFIE. Seit 20 Jahren mit meiner Frau zusammen, die ebenfalls gerne und sehr gut fotografiert.

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