Wohin führt der Weg ?

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Eines zeigt die photokina deutlich: Der Spaß an der Fotografie bedeutet, dass man seine Fotos so schnell wie möglich mit  Freunden, Bekannten oder auf Facebook und Co. teilen kann. Die neuen Kameras haben WIFI, WLAN oder die Möglichkeit seine Fotos so schnell wie möglich per Mail zu versenden. Eine „App-Kamera“ mit der man auch telefonieren kann, ist keine Zukunftsvision mehr. Vom Smartphone das Bild auf einen Printer zu schicken, der es auf FineArt-Papier printet, ebenfalls nicht. Das gefällt natürlich nicht jedem FineArt-Fotografen, der mit teuren FineArt-Prints sein Geschäft macht. Dass immer mehr Verbände auf digitale Wettbewerbe umsteigen hat für fotoGEN eher Vorteile. Das Interesse am Wettbewerb mit Papierfotos war größer als gedacht. Ob einige Versprechungen Wirklichkeit werden, wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist auch an unseren Seminaren im Allgäu von einigen Papierfirmen großes Interesse bekundet worden. Es kommt ja wieder ein Frühling und ein neuer Herbst für Seminare im Allgäu.

Auch der Trend zum Fotobuch geht unvermindert weiter. Mit neuen Programmen, neuen Layouts und der Möglichkeit auch Filme mit einem Code darin zu integrieren. Wie das funktioniert zeigte CEWE. Auch größere Sensoren für die Kameras sind im Trend. Etliche neue Modelle kommen mit dem schon totgesagten Vollformat-Sensor. Mehr Pixel waren der Trend, mehr Pixel und grössere Sensoren sind nun der Trend.

Bei den Ausstellungen zeigte sich teilweise eine überragende Qualität in jeder Hinsicht. Auch bei der Amateurfotografie gibt es Sprünge nach oben, wenn man die Qualität und Ideen sieht, sprich BLENDE-Wettbewerb. Schade, dass viele dieser Fotografen eher bei Communitys zu finden sind. Man merkt, dass der DVF die Jugendarbeit vernachlässigt hat, denn diese sind meist bei völlig anderen Vereinigungen zu finden, wie bei „Hipstamatic“ oder „Instagram“. Während die reiferen Clubfotografen eher verächtlich auf diese neue „Spielart“ sehen, gehen hier die Mitgliederzahlen in die Millionen.  Nicht zu vergessen die fotocommunity, bei der am Stand nicht gerade Langeweile herrschte. Auch die  iPhone-Fotografien zeigen auf der Photokina, dass diese Fotografen ebenfalls unterschätzt werden.  Vielleicht ist der DVF im nächsten Jahr in der Lage, sich allen Fotografen zwischen „iPhone und digitaler Mittelformatkamera“ zu öffnen. Es ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten um aktive, junge Fotografen zu begeistern, die nicht nur ihren Mitgliedsbeitrag bezahlen, um eine preiswerte Fotozeitschrift zu bekommen oder weil Papa seit 70 Jahren im Verband ist.

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Über Detlev Motz

Jahrgang 1946, gelernter Verlagskaufmann, 10 Jahre bei READER DIGEST, 25 Jahre Redakteur bei COLOR FOTO, diverse Bücher, Kodak Fotobuchpreis 1999 für "Kreative Bildgestaltung in der Fotografie", TV-Serie, DAS ABC DER FOTOGRAFIE. Seit 20 Jahren mit meiner Frau zusammen, die ebenfalls gerne und sehr gut fotografiert.