Jurierungsautomaten, manipulierte Motive und Allgäuer Sprüche aus lange vergangener Zeit

Ohne Titel

Nicht nur für meinen Vortrag „60 Jahre Fotografie“ (ja, ich habe mit 10 Jahren als Knipser angefangen) bin ich wieder einmal auf der Suche nach Bildern und diversen Infos in meinem Hobbyraum. Bis zum Vortrag in Krakaudorf im Herbst habe ich noch Zeit. Weniger Zeit habe ich, 60 Prozent der Dias und gesammelten Bücher usw., auf den Müll zubringen. Es sammelt sich etwas an, wenn man immer denkt „das könnte ich noch brauchen“. Schon 1993 waren sogenannte „manipulierte Motive“ ein endloses Thema bei Color Foto. Heute sagt man „bearbeitete Bilder“ oder „Bildverbesserung“. Und diese hat seit 1993 bei Wettbewerben deutlich zugenommen. Dass man auch noch mit „Dias aus der Kamera“ gewinnen kann , wollte ich 1993 beweisen und hatte nach diesem Bericht an einen bekannten Wettbewerb Bilder eingeschickt – und gewonnen. Natürlich unter einem anderen Namen, damit es nicht hieß, „der Name hat es ausgemacht“. Ich bekam später einen Anruf vom Fotoclub in Bad-Cannstatt, die sich für die Gewinnerin interessierten. Erstaunen als ich sagte,“ Jeanette XY bin ich“. Verwundert war ich selbst, dass ich mit nicht  manipulierten Fotos einen recht guten Platz ganz vorn eingenommen hatte.

Wie heute auch noch, sind Jurierungen ein Dauerthema. Klar, die Gewinner sind zufrieden, die Verlierer fanden die Jury sch….! Zu diesem Zeitpunkt hatte der Fotoclub Mörfelden-Walldorf in seiner Clubzeitung einen Jurierungsautomat gezeichnet, der eine Jury unnötig machte. Ich hatte aufgrund des Artikels eine Spielautomaten-Firma angeschrieben, welche fast exakt ein solches Modell hatte. Der Artikel 12/93 war ein Hit in Color Foto. Es kamen begeisterte und verärgerte Briefe, aber auch viele Schreiben mit Vorschlägen wie eine Jury aussehen könnte. Geändert hat sich bis heute wenig. Ein paar neue Ideen ausgenommen, die aber ein Problem haben, bei diversen Fotoclubs angenommen zu werden. Juriert wird meist weiterhin mit Punkten und Juroren werden gesucht, im ewigen Fotoclub-Austausch, nach dem Motto „jurierst Du bei mir, juriere ich bei Dir“.

Was ich ebenfalls noch in meinem Hobbyraum gebunkert hatte, sind viele Notizen auf Papier, die teilweise ebenfalls von Fotografen kamen. Ein Leser bemerkte vor 20 Jahren, dass ich aus dem Allgäu bin. Er sandte mir eine Kopie von Allgäuern Sprüchen. Diese hatte er mal als Buch für 2.50 Euro Reichsmark !! gekauft. Hier nur zwei Kostproben. Ich hoffe, auch Leser die nicht aus dem Allgäu kommen, verstehen sie.

„Dös sind Trümmer“ hot der Spatz gsait und hot seine Wade a`glueget“ oder „Lieber de Teufel as wie a bös Weib, de Teufel kasch no mit ém Kreuz vertreibe. 

Mein Korrekturprogramm hatte mit dieser Sprache ziemliche Schwierigkeiten 🙂

 

 

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Über Detlev Motz

Jahrgang 1946, gelernter Verlagskaufmann, 10 Jahre bei READER DIGEST, 25 Jahre Redakteur bei COLOR FOTO, diverse Bücher, Kodak Fotobuchpreis 1999 für "Kreative Bildgestaltung in der Fotografie", TV-Serie, DAS ABC DER FOTOGRAFIE. Seit 20 Jahren mit meiner Frau zusammen, die ebenfalls gerne und sehr gut fotografiert.

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