Apr 072017
 

Zwei Bücher von 1977 und 1976, die zeigen, dass sich in manchen Dingen so gut wie nichts geändert hat. Trotz superschneller Kameratechnik und ISO-Zahlen die andere Motive zulassen.

Kommentar: Heute lese ich mal wieder eine Diskussion in Facebook, über Bilder, die zu  Wettbewerben gehen und zu Bildern die bei Wettbewerben waren. U.a. ein Schmetterling, Fenster, Treppen und eine Aktaufnahme. So nebenbei: Die Kameras heute bieten mehr Möglichkeiten wie 1980, mehr ISO, mehr Funktionen  Bilder können sofort kontrolliert werden, schnellere Verschlusszeiten, superschnelle Serienschaltung, 4K, Panorama, endlos viele Filter/Presets usw. Manche Fotografen küssen dafür ihre Kamera oder streicheln sie, wenn man die Bemerkungen liest. Oder machen ein Porträt mit Kamera vor dem Gesicht – natürlich mit dem Firmenaufdruck.

Wo aber sind die Top-Fotos, die man mit diesen „perfekten Kameras“ für Wettbewerb ( !!) machen kann? Das meiste übernimmt doch Photoshop?  Ich habe einige Motive schon erwähnt. Nur, solche finde ich fast deckungsgleich in Büchern von Prof. Harald Mante, in der Zeit von 1977 bis 1990. Was ist denn an diesen Motiven heute im Jahr 2017 „wettbewerbsverdächtig“?  Warum sollte ein Juror diesen Fotos, ausser einer „gnädigen Annahme“, weil die „Sollzahl“ beim Wettbewerb noch nicht erreicht ist, eine Medaille oder Urkunde geben? Die Motive und erst recht die Ideen, hinken den Kameras um Jahre hinterher. Ich möchte noch ein paar Sprüche  von Willy Hengl nennen, der ebenfalls um 1976 geschrieben wurde. Im Gegensatz zu den Fotos, könnten diese auch von 2017 sein:  „Amateurfotografen, die über einen guten Wettbewerb schimpfen, deren Fotos  sind meist dort mehrmals nicht angenommen worden“. „Wer in die Kamera verliebt ist, hat zum Fotografen meist keine Zeit mehr“ „Es ist beängstigend, wie wenig Jugendliche einem Fotoclub angehören“ „Es ist eine große Schwäche, Fotos in einem Ausstellungskatalog zu drucken, die andere Veranstalter schon gedruckt haben“.Er meint beim letzten Spruch, diese Bilder werden ewig kopiert, mit leichten Umwandlungen.

Ich finde, Fotografie kann eine schöne Sache sein – denn immerhin gibt es immer etwas zu diskutieren. Man sollte aber manchmal die Schuld nicht auf die Juroren schieben, sondern auf seine oft ausgelutschten Motive, die man für wettbewerbsverdächtig hält  🙂