Es muss nicht immer der Himmel sein…

Fast wöchentlich erhielt ich in letzter Zeit die Neuheiten von Luminar AI per Mail zugesandt. Da war Porträt verbessern – Porträt mit nachträglichem Bokeh im Hintergrund. Weiter ging es, Landschaften nachträglich mit einem besseren Himmel versehen. Alles Aktionen, bei denen früher Profifotografen viel Zeit verbrachten – und u.a. Geld damit verdient haben. Heute, in den AI-Zeiten ist das eher schwierig geworden. Denn sich das Gesicht etwas „aufmotzen“ ist recht einfach geworden.
Und Landschaften? Wer mit dem Smartphone nebenbei gute Himmelsstimmungen fotografiert, dem seine langweiligen Landschaftsbilder haben schon fast ausgedient. Fast – denn es kommt ja dabei auch auf andere Dinge an. Doch warum sollte man die Funktionen „HIMMEL HINZUFÜGEN“ nur bei Landschaftsbildern nutzen? Und warum müssen es nur Wolkenmotive sein. Mit etwas experimentieren habe ich festgestellt, dass sich damit auch interessantere Porträts machen lassen. Nein, ich spreche nicht von den teilweise furchterregenden und oft unscharfen Porträts auf Facebook, die als Profilbild benutzt werden. Es geht eher um den Hintergrund. Und da gibt es – Dank künstlicher Intelligenz heute viele und schnelle Möglichkeiten um selbst auf einfache Art ein Porträt zu erstellen. Dazu kommen noch hunderte von Apps, die auch witzige Porträts liefern.

Hier sehen Sie aber nur die Möglichkeit mit Luminar AI und AKVIS. Vorgang: Lassen sie sich vor einer weissen Wand fotografieren – mit Tele, nicht mit Weitwinkel. Die Wand muss auf dem Bild unscharf sein. Lassen Sie mehrere Bilder machen, eventuell auch mit diverser Kleidung. Der Rest machen die genannten Programme. Zuerst Porträt mit einem Hintergrund versehen. Da ist ein Himmel schon mal nicht so schlecht. Es geht aber auch mit anderen Hintergründen, habe ich bald festgestellt. Danach kann man sein Gesicht noch etwas „dekorativer“ machen, wie beispielsweise die Augen. Wenn sie dann ihr Porträt in einem malerischen Stil möchten, greifen sie zu AKVIS. Da dies alles recht schnell geht, könnten Sie jede Woche ein neues Porträt in Facebook liefern.

Ja, die Fotografie ist schneller geworden. Ich kenne Zeiten, da hatten Profifotografen ihr Porträt jahrelang in einem bestimmten Buch. Kamen sie persönlich in die Redaktion, hat man sie kaum erkannt.Eigentlich dachte ich an einen jüngeren Fotografen in diesem Buch.
Heute hat sich dies bei vielen Fotografen geändert. Ok, eines nicht: Immer noch halten sich manche Fotografen ihren Hobel vor des Gesicht. Die Kameramarke ist ja wichtig, um zu zeigen mit wem man verbunden ist. Dann lasse ich mich lieber mit meiner Frau fotografieren…

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Über Detlev Motz

Jahrgang 1946, gelernter Verlagskaufmann, 10 Jahre bei READER DIGEST, 25 Jahre Redakteur bei COLOR FOTO, diverse Bücher, Kodak Fotobuchpreis 1999 für "Kreative Bildgestaltung in der Fotografie", TV-Serie, DAS ABC DER FOTOGRAFIE. Seit 20 Jahren mit meiner Frau zusammen, die ebenfalls gerne und sehr gut fotografiert.