Zeitschriften & Video

Kommentar: Fotografen sind ja nicht nur auf dem Streifzug nach neuen Motiven. In einer ruhigen Stunde blättern sie auch in Zeitschriften oder schauen sich ein Video an. Links sehen Sie eine Zeitschrift, die sich der „Historie“ verschrieben hat. Wer hat den Kölner Dom noch nicht fotografiert? Genau so interessant ist aber auch seine Entstehungsgeschichte. Wie „Karfunkel“ schreibt, die langwierigste Baustelle Europas. Auf 15 Seiten erfahren Sie in der Ausgabe 136, viel Wissenswertes über die 770 Jahre seit seiner Grundsteinlegung. Ehrlich gesagt, danach schauen Sie sich den Dom mit anderen Augen an.

Auf der rechten Seiten eine Empfehlung, die ebenfalls mit früher Historie zu tun hat. Ein Sonderheft von ALL ABOUT HISTORY: Die Geschichte der Hexerei. Es geht um den Hexenwahn, die Hexenprozesse, die Opfer und die bekanntestens „Hexen“. 130 Seiten spannende Unterhaltung. Wer sich der Zeit um 1603 verschrieben hat, dem wird sicher GUNPOWDER gefallen. Der Film mit 180 Minuten spielt im Krieg zwischen England und Spanien. Game of Thrones-Fans dürften den Hauptdarsteller sofort erkennen: Kit Harington.

Eine völlig andere Abteiliung sind die Fotozeitschriften, die Sie in der Mitte sehen. Sie kamen – und gingen. Wenn man meint, dass Frauen anders fotografieren, bringt man eine Ausgabe wie „CAMERAWOMEN“ heraus. Ich persönlich war schon in der ersten Ausgabe über die Artikel eher erstaunt und war gespannt, wieviel Monate es die Zeitung geben wird. Es dauerte nicht lange… FOTOGRAFIE wurde beim Fotofestival in Oberstorf mit viel TamTam angekündigt – und verschwand noch schneller von der Oberfläche. Leider hielt auch die englischsprachige Zeitschrift PHOT ART nur ein paar Jahre durch. Sie hatte für mich die genialsten Bilder, die ich in einer Fotozeitschrift gesehen habe. Aber dabei erinnere ich mich an einen Satz, den ein Fotoredakter vor vielen Jahren mal zu mir gesagt hat: „Die Leute schreien nach Fotozeitschriften mit vielen Bildern. Bringt man sie heraus, wird diese aber zu wenig gekauft. Die Auflage bestimmen eher die „Technik-Verliebten“ unter den Lesern“. Stimmt, so wird es fotoGEN sicher auch einmal ergehen, denn auch weiterhin viel Technik verzichten. Mal auf das Jahr 2020 schauen…

WETTBEWERBE – AUS ALT MACH NEU?

Würden Sie sich noch mit alten Ski an sportlichen Wettbewerben von heute beteiligen?

Kommentar: Weshalb muss ich bei einem Foto mit  alten Skimodellen und einem alten Schläger immer an Fotowettbewerbe denken? Ach ja, würden Sie sich  in der heutigen Zeit, mit einem solchen Modell, noch an einem Ski- oder Tenniswettbewerb beteiligen? Bei dem die Abfahrten oder das Tempo immer schneller und risikoreicher werden? Bei dem die Zuschauer immer wieder eine neue Sensation erwarten? Sicher nicht!

Fotowettbewerbe werden ebenfalls mit Punkten bewertet, es  gibt Preise und Medaillen. Einer davon will der BESTE sein! Doch bei 80 Prozent der Teilnehmer dürften die Chancen auf einen Gewinn niedriger liegen wie der Dreier im Lotto. Auf eine Sensation bei Fotos wartet man sicher nicht. Hier ist nicht das alte paar Ski das Problem, sondern veraltete Bildansichten, die aus  den 60er- bis 80er-Jahren stammen. Dazu meist eine Technik, die zu wünschen übrig lässt. Kamerameldungen klotzen mit noch mehr ISO, noch schnellerer Bildserie, noch mehr Qualität. Doch wo bleiben die Bilder mit 12000 bis 400 000 !! ISO die für viel Geld in den Kameras geboten werden? Immer noch werden die wenigsten Wettbewerbsbilder in der blauen Stunde aufgenommen, immer noch strotzen sie vor Bildgestaltungsfehler und immer noch fehlen die Ideen dazu. Wo bleibt das Bild aus einer Serie, bei dem man die schnelle Zeit bei einer Bildfolge erkennen kann?  Dazu kommen Juroren, die  meist nicht einmal erkennen, wie alt und wie unmodern manche Fotos bereits sind. Man sieht Bekanntes, übertriebene Schönheit, Minimalismus und endlos viele, abfotografierte Sehenswürdigkeiten. 

Oft lese ich von teilnehmenden Juroren, die selbst noch nie ein vernüftiges Bild aufgenommen haben – die teilweise noch nie juriert haben. Diese gewählten Motive können wir heute aber auch auf Instagram TAUSENDFACH sehen, oft besser  wie jedes Medaillenbild. Natürlich wird man bei einer sogenannten „Bezirksfotoschau“ nicht meckern, wenn dort der Einstieg eines Fotoneulings mit bekannten Bildern erfolgt, auch mit Bildgestaltungsfehlern. Wenn aber die gleichen Motive immer wieder auf Wettbewerben mit höherem Niveau auftauchen, bei denen man anstatt Ideen die selben Bllder sieht (oder einschickt!), dann wundert man sich. 

Jetzt denke ich automatisch wieder an das Skirennen. Für Titel (die es auch in der Fotografie von Verbänden gibt),  benötigt man viel Geld – und im Sport einen guten Trainer. Dieser fehlt bei den genannten Fotografen. Dafür geht man auf Workshops – nicht um zu lernen, sondern um diese Bilder dann zu Wettbewerben einzusenden. Dutzendfach liegen dann die gleichen Ansichten vor – manchmal vom selben Fotografen, oft aber von verschiedenen Fotografen. Auch Uraltbilder die wieder aufgefrischt werden. Die Leistung des Fotografen sind bei diesen Bildern nicht zu erkennen: Model – brauchte er nicht zu suchen, Blitzanlage wird für ihn aufgestellt, bearbeitet wurde per gekauftem Programm, Bilder für die Ausstellung werden ihm noch geprintet ! Das ist heute auch bei vielen Tierbildern der Fall. Eigentlich müsste eine Tierfotografin wie Gabriela Staebler, die in freier Natur in Afrika übernachtet und TOP-Fotos liefert, mit Medaillen überhäuft werden. Nein, Medaillen gibt es für Parkbilder, bei denen 20 Fotografen das gleiche Motiv abschiessen. Das ist alles ok – aber für einen Wettbewerb mit Niveau eine geringe Leistung. Auch ob der Fotograf gut printen kann, ist  nicht zu ersehen – sie werden für viele Wettbewerbe von Labors geprintet. Immerhin, man kann die Qualität des Labors beurteilen, beim Ausstellungs-Rundgang…

Mich fragte mal einer, wo die Leistung bei meinen App-Fotos liegt? Ganz einfach: Ich schicke sie nicht zu Wettbewerben! Die Leistung ist aber die Idee, welche aus mehreren Apps besteht und der Spaß aus Millionen Möglichkeiten ein Bild zu schaffen, dass man in dieser Art nicht 50 x bei einem Wettbewerb sieht. Die Grundidee  ist vor der Bearbeitung  im Kopf. Und, es ist der Spaß an dieser Fotografie, die auch immer mehr Smartphone-Fotografen erfasst. Apps werden die Zukunft sein – wie auch immer. Meine Idee kommt nicht von einem Workshopsleiter. Dieser kann auch nichts dafür, dass die Bilder vieler seiner Workshop-Teilnehmer dann bei Wettbewerben landen und er der Buhmann ist.

Ich bin nicht gegen die Wettbewerbsfotografie – im Gegenteil. Ich lebe seit über 40 Jahren damit. Die Auswüchse haben sich aber in diesen Jahren nicht geändert. Früher habe ich das durch Leserbriefe erfahren und durch die Teilnahme an Hunderten von Jurierungen bei COLOR FOTO selbst erlebt. Heute sieht man die Auswüchse auf Facebook oder  erfährt fast dauernd etwas darüber. Auch ein Blick in Ausstellungs-Kataloge genügt.  Da sind wir  wieder bei den Skiern. Würden Sie  damit auf einem der  heutigen Wettbewerbe optimistisch sagen, ich habe Gewinnchancen? Der Veranstalter hätte viel zu lachen oder würde Sie von diesem Wettbewerb ganz klar ausschließen. Bei Fotowettbewerben ist so etwas möglich.

DIE HANSE – es war mein Suchtspiel

Machmal holt einen die Vergangenheit am Bahnhofskiosk wieder ein. Eigentlich bin ich am Freitag immer unterwegs, um meine TV-Zeitung zu holen und um zu schauen, was die diversen Fotozeitschriften bieten. Doch diesmal erblickte ich eine Spiele-Zeitung auf der eine Kassette aufgeklebt war. Ja, es war DIE HANSE, ein Computerspiel dem ich in den späten 80-Jahren viel Zeit gewidmet habe. Eigentlich war es gegen die heutige Grafik von Videospielen eher mau. Doch die Handlung fand ich einmalig. Leider gab es dieses Spiel auch in den späteren Jahren  nur auf PC, nicht auf Mac. Doch was lesen meine müden Augen: Für PC und Mac eine neue Platin-Ediotion!

Wenn ich mich mit meinem Steam-Code aus der Kassette angemeldet habe, kann es sein, dass Sie mich etwas schwieriger erreichen. Ich fahre dann mit einer Kogge von Lübeck nach Nowgorod um mit Salz zu handeln und mit Pelzen zurück zu kommen. Oder sitze in der Badestube mit einem leichten Mädchen, um über meinen Konkurrenten etwas zu erfahren, anstatt zum Beichten in die Kirche zu gehen. Ich freue mich schon auf mein erstes Spiel!

Die Freude muss warten, nachdem die Installation einige Fragen aufwirft. Demnächst mehr.

21 x 14,5 cm: Viel Wissen auf kleinen Seiten !

Eine dieser „KOMPAKT-Ausgaben“ habe ich bereits empfohlen. Zwischenzeitlich finde ich aus dieser Reihe drei Heftchen besonders interessant. Dazu kommt, sie passen in jede Kameratasche, sind leicht und bieten viel Wissen für wenig Geld. Was will man mehr ! Sie sind in Zeitschriftenläden erhältlich oder können auch per Internet bestellt werden (u.a. PayPal).

Grundsätzlich: Ich treibe keine Werbung für Artikel/Zubehör das mich persönlich nicht überzeugt. Ich werde also für diese Info auch nicht bezahlt. 

fotoGEN: Beste Reisekamera in dieser Preisklasse!

Wieder ist ein Erfahrungsbericht zu Ende und die OM-D E-M10Mark III geht nächste Woche wieder zurück. Wer die neue OM-D E-M10 Mark III bereits besitzt (warum kann ich mir die Bezeichnung nicht merken, ohne auf die Pressemeldung zu schauen) hat einige Kreativfilter dazu bekommen. Wer die Einstellung RAW und JPG wählt, erhält mit dem RAW die Originalaufnahme und dazu auf dem JPG die „Kreativaufnahme“. Er kann dann immer noch entscheiden, welche ihm besser gefällt. Oder er schiebt sie per WLAN direkt auf sein iPhone und macht dort mit anderen Filtern weiter. Oder wie es üblich wird in sozialen Netzwerken, er frägt was den anderen besser gefällt und löst eine endlose Diskussion aus

Mein Fazit ob es die beste Reisekamera ist: JA! denn für diesen Preis bekommen Sie zur Zeit  keine bessere Kamera mit Wechselobjektiven, die man auch gerne auf Reisen mitnimmt. Unter anderem war es bei mir ein Kurztrip nach Linz und das Oktoberfest. Ausserdem haben wir mit ihr alte SW-Fotos abfotografiert und Dias in digitale Daten verwandelt, mit einem Zubehör von NOVOFLEX.  Mehr dazu in der nächsten fotoGEN.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Bildausgabe per RAW ohne Kreativfilter zur Weiterbearbeitung.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Bildausgabe per JPG in bester Qualität mit einer der vielen Kreativfilter

Je kürzer und informativer die Meldung, desto schneller auf dem Blog

Tipp für den Blog: Er ist ein kostenloses Angebot von mir, und sollte für mich kein großer Zeiteinsatz für die eingehenden Infos bedeuten. Es gibt für mich auch noch andere Seiten und in erster Linie fotoGEN, welches recht zeitaufwändig ist. Deshalb: Bitte nur ein aussagekräftiges Foto, möglichst im Querformat mit ca. 800 bis 1000 Pixel längste Kante. Die Info dazu bitte als Mail oder als Worddokument. Darin reichen die wichtigsten Angaben, WARUM, WESHALB, WIESO, WO, WANN? Ansprechperson inkl. Mail oder Telefon. Die meisten Meldungen die ich zur Zeit erhalte, müssen langwierig bearbeitet und gekürzt werden. Oft sind auch noch Nachfragen notwendig. Bei Fotoclubs sollte die WEB-Seite genannt werden! Es ist Werbung für den Club und wenn ich jede Webseite selbst suchen würde, wäre ich schon damit endlos beschäftigt. Meldungen wie „schauen Sie sich meine Bilder auf meiner Webseite an“ sind bei Redaktionen besonders beliebt – und landen wie bei mir auch im Papierkorb.

 Fazit: Kurze Nachrichten, mit einem passenden Foto, werden von mir am schnellsten auf den Blog gesetzt. Oft auch noch als Kurzinfo auf die fotoGEN-Seite bei Facebook.

Meldungen an: info@detlevmotz.de. Eine Mailadresse über mac.com gibt es schon seit Jahren nicht mehr, diese Mails erreichen mich auch nicht.

Ausgewählt – Motive wie 1980?

Zwei Bücher von 1977 und 1976, die zeigen, dass sich in manchen Dingen so gut wie nichts geändert hat. Trotz superschneller Kameratechnik und ISO-Zahlen die andere Motive zulassen.

Kommentar: Heute lese ich mal wieder eine Diskussion in Facebook, über Bilder, die zu  Wettbewerben gehen und zu Bildern die bei Wettbewerben waren. U.a. ein Schmetterling, Fenster, Treppen und eine Aktaufnahme. So nebenbei: Die Kameras heute bieten mehr Möglichkeiten wie 1980, mehr ISO, mehr Funktionen  Bilder können sofort kontrolliert werden, schnellere Verschlusszeiten, superschnelle Serienschaltung, 4K, Panorama, endlos viele Filter/Presets usw. Manche Fotografen küssen dafür ihre Kamera oder streicheln sie, wenn man die Bemerkungen liest. Oder machen ein Porträt mit Kamera vor dem Gesicht – natürlich mit dem Firmenaufdruck.

Wo aber sind die Top-Fotos, die man mit diesen „perfekten Kameras“ für Wettbewerb ( !!) machen kann? Das meiste übernimmt doch Photoshop?  Ich habe einige Motive schon erwähnt. Nur, solche finde ich fast deckungsgleich in Büchern von Prof. Harald Mante, in der Zeit von 1977 bis 1990. Was ist denn an diesen Motiven heute im Jahr 2017 „wettbewerbsverdächtig“?  Warum sollte ein Juror diesen Fotos, ausser einer „gnädigen Annahme“, weil die „Sollzahl“ beim Wettbewerb noch nicht erreicht ist, eine Medaille oder Urkunde geben? Die Motive und erst recht die Ideen, hinken den Kameras um Jahre hinterher. Ich möchte noch ein paar Sprüche  von Willy Hengl nennen, der ebenfalls um 1976 geschrieben wurde. Im Gegensatz zu den Fotos, könnten diese auch von 2017 sein:  „Amateurfotografen, die über einen guten Wettbewerb schimpfen, deren Fotos  sind meist dort mehrmals nicht angenommen worden“. „Wer in die Kamera verliebt ist, hat zum Fotografen meist keine Zeit mehr“ „Es ist beängstigend, wie wenig Jugendliche einem Fotoclub angehören“ „Es ist eine große Schwäche, Fotos in einem Ausstellungskatalog zu drucken, die andere Veranstalter schon gedruckt haben“.Er meint beim letzten Spruch, diese Bilder werden ewig kopiert, mit leichten Umwandlungen.

Ich finde, Fotografie kann eine schöne Sache sein – denn immerhin gibt es immer etwas zu diskutieren. Man sollte aber manchmal die Schuld nicht auf die Juroren schieben, sondern auf seine oft ausgelutschten Motive, die man für wettbewerbsverdächtig hält  🙂

Fotozeitungen – der Überblick im Bahnhofsladen?

fotozeitung600

Kommentar: Ich muss gestehen, ich lese kaum noch eine Fotozeitschrift. Die mit den endlosen Listen über Kameras, Objektive und Daten haben mich früher schon gelangweilt. Ein Blick im Kiosk unter Fazit reicht. Gerade lese ich wieder von einer Fotozeitschrift, die erscheinen soll: fotoPRO. Ein Thema: Instagram fürs Business! Warum sollte ich sie mir kaufen, wenn ich davon schon ein Buch mit 220 Seiten habe? Der Rest – am Kiosk durchblättern.

Während meine Frau zu der Zeitschrift „fine art printer“ greift und diese auch kauft, sehe ich die Zeitschrift „a PHOTO“ von Chefredakteur Florian Schuster und lege sie in den Einkaufskorb. Er hatte uns in Bickenbach von dieser Zeitschrift bereits erzählt. 100 % Sony – 100 % unabhängig. Letzteres ist interessant, denn die früheren Magazine von diversen Kameramarken entpuppten sich früher meist als reine Hochglanz- Werbeblätter. Das Überleben dauerte meist nur wenige Jahre.  Auch wenn ich kein Sony-Fotograf bin, der Inhalt ist interessanter wie von so mancher anderen Fotozeitschrift. In den Einkaufskorb kommt auch noch DOCMA. Nicht weil mich Photoshop sonderlich interessiert, sondern weil noch andere spannende Artikel zu finden sind und die Kommentare von Doc Baumann immer interessant waren. Auch diverse Vorlagen und Presets interessieren inkl. Lightroom-Tipps. Wichtig ist auch, dass man auf dem neuesten technischen Stand bleibt – eher bei Bildprogrammen als bei Kameras. Und dieser zeigt mir, dass man Bildern immer weniger ansieht, dass sie nicht aus der Kamera kommen. Die Pixelschieberei nimmt weiter zu und wird auch – Dank anderer Programme und Presets – immer einfacher. Bei Wettbewerben wirkt das plakative Effektfoto oder das gut gemachte SW-Bild. Das Programm ist deshalb heute fast wichtiger wie die Kamera. Wobei eine Kamera für Wettbewerbsbilder heute eigentlich nicht mehr notwendig ist – ein Bild wäre auch auf andere Weise möglich – ohne dass der Juror dies überhaupt bemerkt.

München zwischen Pixel, Technik und Kunst

Kommentar: Der Besuch bei Sauter war fest eingeplant. Wieder einmal wurde eine Kamera vorgestellt. Und wieder einmal ging es um Technik, Technik, Technik. Auch die Vorstellung der Kamera hatte ich ebenfalls in dieser Art schon gesehen, nur dass jetzt noch ein paar kleinere Aktionen dazu kamen. Bilder sah ich in erster Linie in den Büchern aus den Regalen. Der Besuch war für uns recht schnell beendet. Vielleicht war es ein Fehler, anschließend drei Ausstellungen zu besuchen. Hervorheben möchte ich „Joaquin Sorolla“. Spaniens Meister des Lichts, die noch bis zum 3.7. zu sehen ist. Wenn ich sehe, mit welchem Aufwand dieser Maler seine oft metergroßen Gemälde gemalt hat, das Licht dabei perfekt mit dem Pinsel gesetzt hat (nicht mit einem Programm), dann frage ich mich, warum so viele Pixelschieber den Zusatz „künstlerische Fotografie“ im Titel haben? Nach dieser Ausstellung kann man über das Wort „Kunst“ bei 99 Prozent der Fotos nur milde lächeln. Es hat sich an diesem Samstag aber mal gelohnt, den Unterschied zwischen einer Technik-Veranstaltung und einer künstlerischen Veranstaltung in kurzem Zeitabstand zu sehen. Über eine weitere Ausstellung an diesem Tag im Jagdmuseum in München, werde ich in einem extra Blogeintrag eingehen.

Was die PS für die Männer früher beim Auto waren, sind heute die Megapixel und ISO-Werte bei den Kameras

detlev200Kommentar: Manchmal passieren schon eigenartige Zufälle: Beim Besuch von Profi Maximilian Mutzhas am Wochenende kamen wir auch auf die Pixelmonster zu sprechen. Im Gegensatz zu vielen Fotografen, die meinen sie benötigen immer mehr Pixel und immer mehr ISO-Werte in ihrer Kamera, hat er hier eine etwas andere Meinung. „Es muss nicht immer die teuerste Kamera sein und auch nicht die teuersten Objektive, wenn man als Einsteiger beginnt, aber trotzdem beste Qualität möchte und lichtstarke Objektive“ meint Maximilian Mutzhas. Er kam vor zwei Tagen mit einem „Kamera-Täschchen“ an und zeigte mir auch Beispielsfotos von diesen Objektiven und zwei Kameras. Darunter die Sony Alpha 6000, deren Gehäuse es jetzt bereits unter 500 Euro gibt. Dabei hatte er die Objektive von Samyang, 14mm, 35 und 50 mm inkl. den Objektiven von Sigma, 19, 30, 60 mm. Deren Objektive kosten um die 160 Euro. Die Vergleichsfotos von zwei Kameras (einmal teuer und einmal preiswert), verblüfften, bei 24 Mio Pixel ( auf selber Grösse ). Ein Unterschied dürfte nur für Fachleute zu erkennen sein wenn sie im Lupenmodus die Prints an der Wand betrachten.

Heute lese ich einen Bericht in Facebook, welcher exakt das gleiche Thema anschneidet. Ich habe mir die Webseite vom Verfasser gesucht und möchte Ihnen diesen Bericht nicht unterschlagen. Ich weiss, dass immer noch viele Fotografen FB meiden wie die Pest. Hier finden Sie den entsprechenden Artikel >>>

Was mir auf Facebook dabei noch besonders aufgefallen ist, dass einige Seiten über die teuersten Kameras berichten und über die teuersten Objektive, aber Bilder zeigen, bei denen man sich die Frage stellt, wo denn die Bildgestaltung bleibt? Es sind einfach nur nette Bilder, für die man keine teure Kamera mit immer mehr Pixel und ISO benötigt. Und man weiss ja, „nett ist die kleine Tochter von Scheisse“. Auch in der Fotografie ist dieses Wort bei Insidern eher ein Schimpfwort. Früher waren Männer beim Kauf eines Autos (und teilweise auch noch heute) fixiert auf die PS-Werte. Heute sind die Verkaufsargumente Pixel & hohe ISO-Werte. So manche wollen einem dann noch sagen, dass man immer noch eine teure SLR-Kamera benötigt für gute Bilder. Wo bitte kann ich diese Bilder sehen? Auf FB habe ich nur ganz wenige entdeckt. Warum ich die Frauen nicht erwähne? Weil sie auf völlig andere Dinge bei der Fotografie mehr Wert legen – natürlich auch beim Auto.

Programm vom 4.10.2007 – heute aktuell wie nie

Kommentar: Am  4.10.2007 besuchte ich diese Vorstellung von Kabarettist Georg Schramm in Garching  (siehe Bild). In den letzten Monaten muss ich verstärkt an seine damaligen Aussagen denken. Sie sind 2015 aktueller wie zu dieser Zeit. Auf dem gezeigten Ständer waren von damals  (!) die neuesten Zahlen und Statistiken aus Deutschland zu sehen. Damit bestritt er sein Programm, bei dem einem manchmal das Lachen im Hals stecken blieb. So ist die Aussage „Deutschland ist ein Altersheim und viele junge Männer stehen an den Ufern bereit um nach Europa zu schwimmen. Wir haben nichts, um dieses ändern zu können“  Rückwirkend geblickt, war es kein Kabarett sondern Tatsachen, die verstärkt eintreffen werden und über die man 2007 noch gelacht hat. Die Völkerwanderung wird auch mit Zäunen und Stacheldraht in den nächsten Jahren nicht zu stoppen sein – egal welcher Politiker an der Regierung sitzt.

Dieses Bild stammt von Herbert Becke, der alle bekannten und guten Kabarettisten fotografiert hat und auch in einer Ausstellung zeigte.

Kulturdonnerstag mit Georg Schramm im Garchinger Bürgerhaus

Kulturdonnerstag mit Georg Schramm im Garchinger Bürgerhaus