Der stumme Juror – ein guter Juror?
Dienstag, Juli 26th, 2011
In den letzten Wochen habe ich bei einem Gespräch einen Satz gehört, der mich mehr als erstaunte – obwohl er von einem Funktionär kam: “Diskussionen unter Juroren sind nur dazu da, um dem anderen seine Meinung aufzudrücken”. Dass dort bei Jurieren nicht gesprochen werden darf, sondern nur Pünktchen gedrückt werden, brauche ich sicher nicht extra zu erwähnen.
Jede Jurierung, bei der sich Fotoprofessoren oder Fotoprofis beteiligen, erfolgt ausschließlich mit einer Diskussion. Denn jeder der Juroren trägt seine Fakten bei. Die optimale Besetzung einer Jury berücksichtig der Veranstalter. Der eine Juror kennt sich in Trends aus, der andere in der Technik, ein weiterer über sogenannte “Maschebilder” die lt. Prof. Nobel gerade bei Verbands-Wettbewerben in der Überzahl sind. Es ist ein MITEINANDER und kein GEGENEINANDER. Wer Fotografie studiert hat und sich in der Szene auskennt, wird sich sicher keine Meinung “aufdrücken” lassen. Dort braucht auch keiner überredet zu werden. Bei Amateur-Wettbewerben verstecken sich manche Juroren natürlich gerne hinter Eingabegeräten. Manfred Kriegelstein hat es schon oft deutlich gesagt “weil sie oft nicht mal fotografieren können oder keine Meinung äussern können”. Was ist Ihre Meinung? Ist ein stummer Juror ein besserer Juror?
Legionen von Amateurfotografen - hauptsächlich in Österreich - verbrachten schon in früheren Jahren ihre Zeit damit, den schwarzen Rahmen inkl. weissem Zierstrich um ihr Motiv zu plazieren. Selbst bei Fotos, die in heutiger Zeit per Beamer gezeigt werden, ist er nicht wegzudenken. Aufwändig und mit viel Liebe gebastelt, geschah dies früher in der Dunkelkammer. Dann kamen sogenannte “Letraset-Linien”, welche auf die Vergrößerung aufgebracht wurden. Aber auch mit weissem Stift sah man diesen Zierstrich. Aber nicht nur einen Strich! Bis zu vier Zierstriche sind auch heute noch bei so manchem Wettbewerb zu sehen. Und diese teilweise auch noch in knackigen Farben!
Von den Verbänden wurde sie erst in letzter Minute ebenfalls angekündigt: Die Diskussionsrunde in Laupheim. Selbst der Veranstalter rechnete mit keinem großen Echo, denn die Bestuhlung fiel recht knapp aus. Ein Gespräch mit dem Hausmeister reichte aber, um noch 20 Stühle dazu zu stellen. Erfreulicherweise war das Interesse noch größer.


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