Kameras und Smartphones – zwei feindliche Brüder?

Als ich vom Schmalfilm auf die Fotografie umgestiegen bin, vor vielen Jahren, hieß es: Foto und Film – zwei feindliche Brüder. Die Meinung war – und diese teile ich heute noch etwas – man kann gute Fotos machen oder gute Filme – aber nicht beides zusammen. Eines dieser „Hobbys“ hinkt hinterher. Heute wird in Kameras fast immer die Möglichkeit dazu gepackt, auch Filme in guter Qualität zu drehen.  Obwohl ich bis heute noch keinen Fotografen gesehen habe, der sowohl perfekte Filme als auch Fotos aufnimmt. Von einigen Profis abgesehen, von denen einer bereits einen Kinofilm mit dem iPhone gedreht  hat.

Schon seit längerer Zeit gibt es nun neben den Kameras auch Smartphones. Als ich ziemlich früh mit dem Fotografieren per iPhone und Apps angefangen habe, wurde man eher belächelt. Auch heute noch haben sogenannte „Profiamateure“ oder „Technik-Freaks“ eher eine abfällige Meinung, wenn man nicht mit den bekannten Marken fotografiert – natürlich ab 2500 Euro aufwärts, noch ohne Objektiv. 

Meine persönliche Meinung nach über 300 „Testkameras“ in den letzten 30 Jahren ist längst, mich interessiert nicht die Technik und die Kamera, sondern ob sie das bietet was ich für meinen Zweck möchte und das noch „mit Spaß an der Fotografie“ und nicht nur mit 60 MB aufwärts. Heute haben manche  Smartphones stark aufgeholt und selbst meine Frau verzichtet oft auf die schwere DSLR-Ausrüstung und ist mit ihrem Smartphone unterwegs. Bei meinem Besuch in London habe ich extrem festgestellt, dass meine Meinung nicht daneben liegt, dass die Industrie sich mehr einfallen lassen muss, wie immer teurere Kameras, die ohne Objektive meist bei 2000 bis 3000 Mark liegen. Da stelle ich mir immer die Frage, warum sehe ich diese Fotografen weder auf dem Oktoberfest noch in London? 99 Prozent der Fotografen sind – wenn ich mich umblicke –  mit Handys  unterwegs! Ganz krass gesehen in London!  Bewusst hatte ich von Panasonic die sogenannte „Volkskamera“ dabei und die neue Kamera, welche nicht nur Frauen ein Selfie erleichtern soll ( in der Oktober-Ausgabe von fotoGEN).Kameras, mit denen man einen Schritt auf die Smartphone-Fotografen zugehen möchte .

Ausgerechnet bei der Abreise mit zwei Kameras, zeigte mir meine Frau  auf dem Münchner Flughafen dieses Buch in einem großen Zeitungsladen, dessen Titel sie unten sehen. Nun ja, so krass würde ich es nicht sagen, aber die Luft wird seit  Jahren spürbar dünner bei der Kameraindustrie. So nebenbei: Ich habe in London überdimensionale Werbung von Huawei und Apple gesehen – aber von keiner Kamerafirma. Und von diesen Firmen, waren endlos viele Schüler und Jugendliche mit Smartphones unterwegs. Ja, zwei ältere Herren und ein Profi-Team waren mit Kameras unterwegs. Das gibt es auch noch. Ich würde es gut heissen, wenn es wieder mal heisst „Scheiss auf Smartphones, ich bin mit einer geilen, neuen und einfachen Kamera unterwegs“. Ob ich das noch erlebe?