Was die PS für die Männer früher beim Auto waren, sind heute die Megapixel und ISO-Werte bei den Kameras

detlev200Kommentar: Manchmal passieren schon eigenartige Zufälle: Beim Besuch von Profi Maximilian Mutzhas am Wochenende kamen wir auch auf die Pixelmonster zu sprechen. Im Gegensatz zu vielen Fotografen, die meinen sie benötigen immer mehr Pixel und immer mehr ISO-Werte in ihrer Kamera, hat er hier eine etwas andere Meinung. „Es muss nicht immer die teuerste Kamera sein und auch nicht die teuersten Objektive, wenn man als Einsteiger beginnt, aber trotzdem beste Qualität möchte und lichtstarke Objektive“ meint Maximilian Mutzhas. Er kam vor zwei Tagen mit einem „Kamera-Täschchen“ an und zeigte mir auch Beispielsfotos von diesen Objektiven und zwei Kameras. Darunter die Sony Alpha 6000, deren Gehäuse es jetzt bereits unter 500 Euro gibt. Dabei hatte er die Objektive von Samyang, 14mm, 35 und 50 mm inkl. den Objektiven von Sigma, 19, 30, 60 mm. Deren Objektive kosten um die 160 Euro. Die Vergleichsfotos von zwei Kameras (einmal teuer und einmal preiswert), verblüfften, bei 24 Mio Pixel ( auf selber Grösse ). Ein Unterschied dürfte nur für Fachleute zu erkennen sein wenn sie im Lupenmodus die Prints an der Wand betrachten.

Heute lese ich einen Bericht in Facebook, welcher exakt das gleiche Thema anschneidet. Ich habe mir die Webseite vom Verfasser gesucht und möchte Ihnen diesen Bericht nicht unterschlagen. Ich weiss, dass immer noch viele Fotografen FB meiden wie die Pest. Hier finden Sie den entsprechenden Artikel >>>

Was mir auf Facebook dabei noch besonders aufgefallen ist, dass einige Seiten über die teuersten Kameras berichten und über die teuersten Objektive, aber Bilder zeigen, bei denen man sich die Frage stellt, wo denn die Bildgestaltung bleibt? Es sind einfach nur nette Bilder, für die man keine teure Kamera mit immer mehr Pixel und ISO benötigt. Und man weiss ja, „nett ist die kleine Tochter von Scheisse“. Auch in der Fotografie ist dieses Wort bei Insidern eher ein Schimpfwort. Früher waren Männer beim Kauf eines Autos (und teilweise auch noch heute) fixiert auf die PS-Werte. Heute sind die Verkaufsargumente Pixel & hohe ISO-Werte. So manche wollen einem dann noch sagen, dass man immer noch eine teure SLR-Kamera benötigt für gute Bilder. Wo bitte kann ich diese Bilder sehen? Auf FB habe ich nur ganz wenige entdeckt. Warum ich die Frauen nicht erwähne? Weil sie auf völlig andere Dinge bei der Fotografie mehr Wert legen – natürlich auch beim Auto.

Programm vom 4.10.2007 – heute aktuell wie nie

Kommentar: Am  4.10.2007 besuchte ich diese Vorstellung von Kabarettist Georg Schramm in Garching  (siehe Bild). In den letzten Monaten muss ich verstärkt an seine damaligen Aussagen denken. Sie sind 2015 aktueller wie zu dieser Zeit. Auf dem gezeigten Ständer waren von damals  (!) die neuesten Zahlen und Statistiken aus Deutschland zu sehen. Damit bestritt er sein Programm, bei dem einem manchmal das Lachen im Hals stecken blieb. So ist die Aussage „Deutschland ist ein Altersheim und viele junge Männer stehen an den Ufern bereit um nach Europa zu schwimmen. Wir haben nichts, um dieses ändern zu können“  Rückwirkend geblickt, war es kein Kabarett sondern Tatsachen, die verstärkt eintreffen werden und über die man 2007 noch gelacht hat. Die Völkerwanderung wird auch mit Zäunen und Stacheldraht in den nächsten Jahren nicht zu stoppen sein – egal welcher Politiker an der Regierung sitzt.

Dieses Bild stammt von Herbert Becke, der alle bekannten und guten Kabarettisten fotografiert hat und auch in einer Ausstellung zeigte.

Kulturdonnerstag mit Georg Schramm im Garchinger Bürgerhaus

Kulturdonnerstag mit Georg Schramm im Garchinger Bürgerhaus

Von schönen Bildern die nicht gefragt sind – Eigenleistungen und Schöpfungshöhen

Kommentar: Ein schönes Vorwort lese ich gerade in der neuen DVF-Zeitschrift. Auch davon – Zitat: ,dass nicht das Zeigen von schönen Bildern gefragt ist, sondern nur die „schöpferische Leistung“! Daraufhin habe ich mir die vielen Wettbewerbs-Kataloge von zwei Amateur-Verbänden einmal angeschaut und über diese Aussage sehr gestaunt. Zukünftige Juroren dürften nicht zu beneiden sein, wenn sie dieses Niveau der schöpferischen Leistung (oder sind es nur schöne Bilder?) noch überbieten wollen.

Mehr dazu in fotoGEN unter meiner Serie „Auf den Standpunkt kommt es an 3. Teil.“ Um die Geschichte nicht ganz so trocken zu halten, mit Beispielen und Fotos, die vor 20 bis 35 Jahren auf Seminaren gemacht wurden. Von Prof. Harald Mante bis zum unvergesslichen Wim Noordhoek hatten wir ja fast alle als Seminarleiter dabei. Übrigens: fotoGEN freut sich auch beim nächsten Wettbewerb auf schöne Fotos – auch von Fotoseminaren.  Denn auch ich gebe wieder welche im Allgäu und in Krakaudorf (etwas Werbung am Schluss dieses Kommentars für meine Workshops muss schon sein).

Vollformat-Sensoren, WIFI, Effekte-Schnickschnack, Videofunktionen – damit die Bilder besser werden?

Nachdem die Pixelmania noch nicht beendet ist, entdecken die Hersteller jetzt den Vollformat-Sensor auch für kleinere Kameras. Das hat natürlich seinen Preis, denn dazu sollte man bei einigen Modellen auch keine Objektive aus der analogen Zeit benutzen, sondern neu gerechnete Objektive für digitale Kameras. Betrachtet man Fotos von Wettbewerben, scheinen Fotografen aber den eingebauten Verwacklungsschutz inkl. hoher ISO-Zahlen noch nicht ausgereizt zu haben. Denn immer noch haben es Juroren mit vielen verwackelten und unscharfen Bildern zu tun (Nein, ich meine nicht die künstlerischen Verwischfotos). Man darf gespannt sein, welche Firmen nach Sony demnächst noch aufschließen werden.

Dazu kommt, dass man anscheinend mit den Smartphones in Konkurrenz treten möchte. Ob dies in nächster Zeit funktioniert, darf bezweifelt werden. Warum brauche ich eine der kleinen „Motiv-Vernichtungsknipsen“ wenn ich das mit dem Smartphone viel bequemer erledigen kann, weil ich es immer dabei habe? Dazu brauche ich keine zweite Kamera in der  dann verbeulten Hosentasche herumtragen. 2014 dürfte wieder spannend werden, denn viele Messen bedeuten auch wieder viele Kameras, welche die Industrie auf den Markt wirft. Wann erscheinen auch zur Buch- und Spielwarenmesse neue Kameras?  Es wird sie schon einer kaufen, um die diversen Bilder in Facebook oder Google plus zu stellen. Ausserdem lässt es sich bei neuen Kameras – die meist noch nicht einmal erschienen sind – trefflich über die Qualität in Foren diskutieren.

Eine Manipulation, eine Bildverbesserung, die gelobte „echte Fotografie“

Blumenseminar

 Gleiches Objektiv, gleiches Licht,  anderer Standpunkt. Blumen im Supermarkt für 99 Cent. Oder einfach nur ein „manipuliertes frühzeitiges Frühlingserwachen“?

Bei Fotowettbewerben gibt es immer noch „Hardliner“, die eine „echte Fotografie“ wünschen – was auch immer das bedeuten mag. Fotos mit Bildbearbeitung sollten möglichst noch mit einem „M“ wie Manipulation bezeichnet werden. Einige „Hardliner“ geht sogar die Fotografie in Workshops zu weit. „Diese Bilder stammen nicht vom Fotografen, sondern eigentlich vom Seminarleiter“. So geht es weiter… Dies sind – gerade bei Wettbewerbsfotografen  –  meist Schutzbehauptungen, wenn man selbst nicht vergrößern will, keine Bildbearbeitung betreibt, oft auch nicht fotografieren kann, und nicht selten nur noch Fotos aus dem Archiv liefert. Die hier gezeigten Fotos, sind „echte Fotografie“ – eventuell? Sie zeigen aber, dass man mit dem Ausschnitt bzw. Standpunkt bereits manipulieren kann. Also eine bestimmte Vorstellung dem Betrachter vermittelt. Denn, wer weiß wie man den richtigen Ausschnitt wählt, ist eigentlich schon ein Manipulator (tolles Wort).

Ich finde da die Aussage von Doc Baumann bei einem Vortrag viel besser. „Der Veranstalter und nicht der Juror muss schon in seinen Bedingungen bestimmen, ob er bestimmte „Manipulationen“ zulässt. Das ist nicht Sache des Juroren, ausser es ist eine schlechte Manipulation“. Und ein anderer Fotograf bringt es auf den Punkt: „Mir ist scheißegal wie der Fotograf sein Bild gestaltet, ob mit Programm, ohne Programm, auf einer Clorolle, auf einem Brett oder auf einem iPhone. Hauptsache er langweilt mich nicht mit seinem Bild und hat was zu sagen.“ Bei unseren Blumenseminaren werden Sie beides erleben, das getürkte Bild, das bearbeitete Bild, das echte Bild (was immer das heissen mag) und das kreative Bild. Freuen Sie sich auf ein paar schöne Stunden mit vielen Blumen. Termine wie immer auf www.detlevmotz.de >>> ab nächste Woche.

„Optische Sucher“ oder Mäusekino?

Jeden Tag erhalte ich Newsletter und diverse Mails mit Meldungen. Diesen Satz in einem Beitrag über digitale Fotografie habe ich mir auf der Zunge zergehen lassen: „… Auf den Displays und in den elektronischen Suchern kann sich  der Fotograf jetzt erstmals das Bild so anzeigen lassen, wie es vom Sensor und der Kameraautomatik auch tatsächlich erfasst wird und schließlich auf dem PC, Fernseher oder digitalen Bilderrahmen auch erscheint…“ Dabei denke ich an viele Kameras, deren Sucher eher einem Mäusekino ähnlich sind mit einer furchtbar schlechten Qualität. Der in Amateurkreisen gebräuchliche Ausdruck „mein Mäusekino“ höre ich ziemlich oft und denke beim Durchblick eines elektronischen Suchers ebenfalls öfters daran. Eine Kamera mit einem elektronischen Sucher, der mir auch nur annähernd ein Bild wie auf dem PC bietet, habe ich bisher selten in der Hand gehabt. Eher digitale Sucher, bei denen es fast unmöglich war, das Motiv so genau zu erkennen, daß man überhaupt Bildgestaltung betreiben kann. Man sollte die Kirche vielleicht schon im Dorf lassen und nicht in unnötige Lobhudelei verfallen wenn man an Journalisten schreibt. Sie kennen einen elektronischen Sucher den Sie wirklich für TOP halten? Bitte melden !!!!

Canon PowerShot G11 – wider dem Pixelwahn

Canon PowerShot G11

Mit der ab Oktober 2009 erhältlichen Canon PowerShot G11 scheint die ungehemmte Pixelvermehrung bei Digitalkameras ein Ende zu haben. Ca. 4,7 Mio. Pixel weniger als das Vorgängermodell  PowerShot G10 hat die neue Kamera von Canon. Dies soll das Bildrauschen, auch bei höheren Lichtempfindlichkeiten, deutlich verringern. Im sog. „Low Light“ Modus werden 2×2 Pixel zusammengeschaltet. Damit entstehen Bilddateien mit 2,5 Megapixel, die selbst bei ISO 12800 ein sehr geringes Bildrauschen haben sollen. Aufnahmen im RAW-Modus sind möglich. Zudem wurde die G11 mit einem  dreh- und schwenkbaren 2,7 Zoll LCD Display ausgestattet, was in der Fotopraxis deutliche Vorteile bringt. Wenn sich die Ankündigungen bezüglich der verbesserten Bildqualität bei deutlich geringerer Datenmenge bestätigen, kann man die Abkehr von immer größeren Pixelzahlen nur begrüßen. Denn 14 Mio Pixel oder mehr braucht in dieser Kameraklasse kein Mensch. 
mehr Infos >>>

geschrieben von Wolfgang Elster

Neue Bildsprache?

Wer sich Fotokataloge von internationalen Wettbewerben anschaut, der stellt fest, daß sich die Bildsprache in den letzten Jahren verändert hat. Dies hat sicher auch etwas damit zu tun, daß jedes Bild so angepasst werden kann, wie es der Fotograf möchte. Das aufgenommene Foto per RAW ist eigentlich nur noch der Grundstock für die weitere Bearbeitung zum eigentlichen „Motiv“. Schon Doc Baumann hat in einem Bericht bemängelt, daß die meisten Fotografen dieser zusammengesetzten Bilder meist keine Rücksicht auf die Perspektive oder das Licht nehmen. Natürlich ist dies bei Amateurfotowettbewerben noch öfters der Fall. Da die Betrachtung eines Bildes aber bei Wettbewerben enorm kurz ist, landen immer wieder schlecht zusammengesetzte Fotos in die Reihe der Gewinnanwärter. Schon lange sagen erfahrene Juroren voraus, daß dieser Trend dem Ende entgegen geht. Auch deshalb, weil viele Ausrichter vom üblichen 1 bis 10-Punkte-System alleine angewandt, nicht mehr unbedingt überzeugt davon sind (Meist wurde dies bis jetzt nur unter der Hand zugegeben). So werden die letzten 30 bis 50 der besten Fotos meist nochmals genau von den Juroren unter die Lupe genommen, um schlechte Bildbearbeitung aufzudecken und diese Fotos nicht auch noch auf den 1. Platz zu setzen. Das nicht das ästhetisch zusammengesetzte Bild die Zukunft ist, sondern emotionale Fotos, sagen viele Bildbeobachter längst voraus. Paul Foster, Director of Content for Europe bei Getty Images bemerkt zum Bildermarkt einen guten Satz, der auch auf die zukünftige Wettbewerbsfotografie verstärkt zutreffen wird „Die unverwechselbare Fotografie wird sich durchsetzen. Für stereotype, oft gesehene Bilder und Motive gibt es bald keinen Markt mehr“ Nach seiner Meinung geht es wieder zur Natürlichkeit und Authentizität.  „Sie müssen den Eindruck erwecken, als seien sie spontan entstand…“ ist sein Fazit. Ein Interview mit Paul Foster finden Sie auf der  Seite von RED BOX >>> . Ich fand es so interessant, daß ich es angefordert habe.

Leica S2 – Lieber spät als nie…

Leica S2Leica hat laut ORF.at das offizielle Verfügbarkeitsdatum für das digitale S-System bekanntgegeben. Die Leica S2 wird in Österreich und Deutschland im Oktober zum stattlichen Preis von ca. 18.600 Euro auf den Markt kommen. Mit einem Sensor von 30×45 mm und einer Auflösung von 37,5 Megapixel.

Zum Start werden drei Festbrennweiten angeboten. Preis je Objektiv 5.280 Euro. Mehr finden Sie hier >>>