Eine Manipulation, eine Bildverbesserung, die gelobte „echte Fotografie“

Blumenseminar

 Gleiches Objektiv, gleiches Licht,  anderer Standpunkt. Blumen im Supermarkt für 99 Cent. Oder einfach nur ein „manipuliertes frühzeitiges Frühlingserwachen“?

Bei Fotowettbewerben gibt es immer noch „Hardliner“, die eine „echte Fotografie“ wünschen – was auch immer das bedeuten mag. Fotos mit Bildbearbeitung sollten möglichst noch mit einem „M“ wie Manipulation bezeichnet werden. Einige „Hardliner“ geht sogar die Fotografie in Workshops zu weit. „Diese Bilder stammen nicht vom Fotografen, sondern eigentlich vom Seminarleiter“. So geht es weiter… Dies sind – gerade bei Wettbewerbsfotografen  –  meist Schutzbehauptungen, wenn man selbst nicht vergrößern will, keine Bildbearbeitung betreibt, oft auch nicht fotografieren kann, und nicht selten nur noch Fotos aus dem Archiv liefert. Die hier gezeigten Fotos, sind „echte Fotografie“ – eventuell? Sie zeigen aber, dass man mit dem Ausschnitt bzw. Standpunkt bereits manipulieren kann. Also eine bestimmte Vorstellung dem Betrachter vermittelt. Denn, wer weiß wie man den richtigen Ausschnitt wählt, ist eigentlich schon ein Manipulator (tolles Wort).

Ich finde da die Aussage von Doc Baumann bei einem Vortrag viel besser. „Der Veranstalter und nicht der Juror muss schon in seinen Bedingungen bestimmen, ob er bestimmte „Manipulationen“ zulässt. Das ist nicht Sache des Juroren, ausser es ist eine schlechte Manipulation“. Und ein anderer Fotograf bringt es auf den Punkt: „Mir ist scheißegal wie der Fotograf sein Bild gestaltet, ob mit Programm, ohne Programm, auf einer Clorolle, auf einem Brett oder auf einem iPhone. Hauptsache er langweilt mich nicht mit seinem Bild und hat was zu sagen.“ Bei unseren Blumenseminaren werden Sie beides erleben, das getürkte Bild, das bearbeitete Bild, das echte Bild (was immer das heissen mag) und das kreative Bild. Freuen Sie sich auf ein paar schöne Stunden mit vielen Blumen. Termine wie immer auf www.detlevmotz.de >>> ab nächste Woche.

„Optische Sucher“ oder Mäusekino?

Jeden Tag erhalte ich Newsletter und diverse Mails mit Meldungen. Diesen Satz in einem Beitrag über digitale Fotografie habe ich mir auf der Zunge zergehen lassen: „… Auf den Displays und in den elektronischen Suchern kann sich  der Fotograf jetzt erstmals das Bild so anzeigen lassen, wie es vom Sensor und der Kameraautomatik auch tatsächlich erfasst wird und schließlich auf dem PC, Fernseher oder digitalen Bilderrahmen auch erscheint…“ Dabei denke ich an viele Kameras, deren Sucher eher einem Mäusekino ähnlich sind mit einer furchtbar schlechten Qualität. Der in Amateurkreisen gebräuchliche Ausdruck „mein Mäusekino“ höre ich ziemlich oft und denke beim Durchblick eines elektronischen Suchers ebenfalls öfters daran. Eine Kamera mit einem elektronischen Sucher, der mir auch nur annähernd ein Bild wie auf dem PC bietet, habe ich bisher selten in der Hand gehabt. Eher digitale Sucher, bei denen es fast unmöglich war, das Motiv so genau zu erkennen, daß man überhaupt Bildgestaltung betreiben kann. Man sollte die Kirche vielleicht schon im Dorf lassen und nicht in unnötige Lobhudelei verfallen wenn man an Journalisten schreibt. Sie kennen einen elektronischen Sucher den Sie wirklich für TOP halten? Bitte melden !!!!

Canon PowerShot G11 – wider dem Pixelwahn

Canon PowerShot G11

Mit der ab Oktober 2009 erhältlichen Canon PowerShot G11 scheint die ungehemmte Pixelvermehrung bei Digitalkameras ein Ende zu haben. Ca. 4,7 Mio. Pixel weniger als das Vorgängermodell  PowerShot G10 hat die neue Kamera von Canon. Dies soll das Bildrauschen, auch bei höheren Lichtempfindlichkeiten, deutlich verringern. Im sog. „Low Light“ Modus werden 2×2 Pixel zusammengeschaltet. Damit entstehen Bilddateien mit 2,5 Megapixel, die selbst bei ISO 12800 ein sehr geringes Bildrauschen haben sollen. Aufnahmen im RAW-Modus sind möglich. Zudem wurde die G11 mit einem  dreh- und schwenkbaren 2,7 Zoll LCD Display ausgestattet, was in der Fotopraxis deutliche Vorteile bringt. Wenn sich die Ankündigungen bezüglich der verbesserten Bildqualität bei deutlich geringerer Datenmenge bestätigen, kann man die Abkehr von immer größeren Pixelzahlen nur begrüßen. Denn 14 Mio Pixel oder mehr braucht in dieser Kameraklasse kein Mensch. 
mehr Infos >>>

geschrieben von Wolfgang Elster

Neue Bildsprache?

Wer sich Fotokataloge von internationalen Wettbewerben anschaut, der stellt fest, daß sich die Bildsprache in den letzten Jahren verändert hat. Dies hat sicher auch etwas damit zu tun, daß jedes Bild so angepasst werden kann, wie es der Fotograf möchte. Das aufgenommene Foto per RAW ist eigentlich nur noch der Grundstock für die weitere Bearbeitung zum eigentlichen „Motiv“. Schon Doc Baumann hat in einem Bericht bemängelt, daß die meisten Fotografen dieser zusammengesetzten Bilder meist keine Rücksicht auf die Perspektive oder das Licht nehmen. Natürlich ist dies bei Amateurfotowettbewerben noch öfters der Fall. Da die Betrachtung eines Bildes aber bei Wettbewerben enorm kurz ist, landen immer wieder schlecht zusammengesetzte Fotos in die Reihe der Gewinnanwärter. Schon lange sagen erfahrene Juroren voraus, daß dieser Trend dem Ende entgegen geht. Auch deshalb, weil viele Ausrichter vom üblichen 1 bis 10-Punkte-System alleine angewandt, nicht mehr unbedingt überzeugt davon sind (Meist wurde dies bis jetzt nur unter der Hand zugegeben). So werden die letzten 30 bis 50 der besten Fotos meist nochmals genau von den Juroren unter die Lupe genommen, um schlechte Bildbearbeitung aufzudecken und diese Fotos nicht auch noch auf den 1. Platz zu setzen. Das nicht das ästhetisch zusammengesetzte Bild die Zukunft ist, sondern emotionale Fotos, sagen viele Bildbeobachter längst voraus. Paul Foster, Director of Content for Europe bei Getty Images bemerkt zum Bildermarkt einen guten Satz, der auch auf die zukünftige Wettbewerbsfotografie verstärkt zutreffen wird „Die unverwechselbare Fotografie wird sich durchsetzen. Für stereotype, oft gesehene Bilder und Motive gibt es bald keinen Markt mehr“ Nach seiner Meinung geht es wieder zur Natürlichkeit und Authentizität.  „Sie müssen den Eindruck erwecken, als seien sie spontan entstand…“ ist sein Fazit. Ein Interview mit Paul Foster finden Sie auf der  Seite von RED BOX >>> . Ich fand es so interessant, daß ich es angefordert habe.

Leica S2 – Lieber spät als nie…

Leica S2Leica hat laut ORF.at das offizielle Verfügbarkeitsdatum für das digitale S-System bekanntgegeben. Die Leica S2 wird in Österreich und Deutschland im Oktober zum stattlichen Preis von ca. 18.600 Euro auf den Markt kommen. Mit einem Sensor von 30×45 mm und einer Auflösung von 37,5 Megapixel.

Zum Start werden drei Festbrennweiten angeboten. Preis je Objektiv 5.280 Euro. Mehr finden Sie hier >>>